Weit mehr
als 100 Bürgerinnen und Bürger, unter anderem 1. Bgm. Christoph Böck und 3. Bgm‘in Brigitte Huber, kamen zu der Veranstaltung „Zukunft Bezirksstraße attraktiv – fahrradfreundlich – grün“ in den großen Sitzungssaal des Bürgerhauses.
SPD, ÖDP und Grüne hatten dazu eingeladen, um Impulse für eine Erhöhung der Attraktivität der Bezirksstraße und neue Möglichkeiten für den Verkehr zu erhalten.
Ausgangspunkt war die Tatsache, dass aus rechtlichen Gründen die Erlaubnis für Fahrradfahrer*innen auf den Gehwegen der Bezirksstraße in Schrittgeschwindigkeit fahren zu dürfen, nicht länger zu halten ist. Zu schmal ist die Gehwegbreite, zu viele andere Nutzungen durch Fußgänger, Aufstellen von Restaurant-Tischen und diversen Reklameaufstellern und Waren-Präsentationen finden hier statt.
Paul Bickelbacher, Stadt- und Verkehrsplaner und Stadtrat in München stellte zu Beginn die Planungsphilosophie von Shared Space dar, bei der es um mehr gemeinsame Nutzung von Flächen durch verschiedene Verkehrsmittel, weniger Schilder und Regulierungen geht. Anhand eindrucksvoller Beispiele zeigte er die Vielfalt realisierter Lösungen in anderen Kommunen auf.
Prof.‘in Birgit Schmidt, Objektplanerin in der Landschaftsarchitektur und Prof.‘in Ingrid Schegk von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ergänzten den Vortrag um ihre Erfahrungen und zu berücksichtigende Aspekte einer Planung. Prof.‘in Schegk wohnt selbst in Haimhausen und ist häufig Kundin in der Bezirksstraße.
In vielen Beiträgen der Bürgerinnen und Bürger und der Geschäftsleute wurden mögliche Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen in einer sehr sachlichen und fairen Atmosphäre diskutiert. Zum einen wurde die Notwendigkeit einer Veränderung in Frage gestellt und es bestand Sorge um den Verlust von PKW-Parkplätzen und damit Kunden. Auch die Finanzierung der Umbaukosten, die bei einer solchen Maßnahme von der Stadt getragen würden, war ein Thema. Zum anderen befürworteten viele eine Veränderung der Aufteilung der Fläche, die momentan zum größten Teil den Kraftfahrzeugen gewidmet ist, hin zu mehr Platz für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen. Dies würde nicht nur der Umwelt dienen, sondern brächte wegen deren geringeren Platzbedarfs mehr mögliche Kunden in die Bezirksstraße. Der Zugang durch Kraftfahrzeuge sei in der momentanen Situation ausgereizt.
Auch das Sicherheitsgefühl für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen lässt sich durch eine andere Aufteilung erhöhen, eine Entschleunigung schafft ein angenehmeres Verkehrs- und auch Einkaufsklima.
„Eine Umgewöhnung von Anrainern und Besuchern brauche zwar Zeit, aber wir sollten doch etwas Mut zur Veränderung zeigen“ war eine mit viel Applaus bedachte Meinungsäußerung.
Allen Redebeiträgen gemeinsam war die Zielsetzung, die Attraktivität auch unter der zu erwartenden Konkurrenz durch eine neue Stadtmitte am Rathausplatz zu erhöhen. Wir sind gespannt, welche Ergebnisse die für den Teilbereich zwischen Frühlingsstraße und Lindenstraße beschlossene Konzeptstudie bringen wird. Die Diskussion und der Dialog haben erst begonnen.
Dr. Thomas Breitenstein für die SPD-Fraktion
Jürgen Radtke für die Fraktion der Grünen
Jolanta Wrobel für die Fraktion der ÖDP





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