„Kein Land für Niemand“ im Grünen Kino

Dokumentarfilm über Flucht und Migration

Der Unterschleißheimer Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen zeigt am 24. Juni 2026 um 19:45 den Dokumentarfilm „Kein Land für Niemand“ im Capitol-Kino (Alleestraße 24 in Lohhof).

Ein Film als Antwort auf den gesellschaftlichen Rechtsruck

Die Idee zu Kein Land für Niemand entstand 2022 aus dem dringenden Bedürfnis der Regisseure Max Ahrens und Maik Lüdemann, den erstarkenden rechtsextremen Tendenzen in Politik und Gesellschaft etwas entgegenzusetzen. Ihre persönlichen Erfahrungen – darunter eine Mittelmeerrettungsmission und akademische Auseinandersetzungen mit dem Thema Flucht und Migration – führten zu dem Entschluss, einen Film zu schaffen, der aufrüttelt, dokumentiert und zum Handeln bewegt.

Deutschland steht an einem historischen Wendepunkt: Erstmals seit 1945 wird im Jahr 2025 ein migrationspolitischer Entschließungsantrag im Bundestag angenommen – mit Unterstützung der AfD, die vom Verfassungsschutz wegen rechtsextremer Bestrebungen beobachtet wird. Die Erklärung zur Begrenzung der Zuwanderung sieht unter anderem eine vollständige Schließung der deutschen Grenzen vor. Ein Paradigmenwechsel kündigt sich an: weg vom Schutz von Geflüchteten, hin zu Abschottung und Abschreckung.

© Nashorn Filmhaus KG

Migration zwischen Menschlichkeit und Abschottung

Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes begibt sich auf die Suche nach den Ursachen dieser politischen Zäsur und nimmt die Zuschauer*innen mit auf eine aufrüttelnde Reise. Die Dokumentation beginnt an den europäischen Außengrenzen, wo eine andauernde humanitäre Katastrophe auf staatliche Ignoranz trifft, aber auch auf ziviles Engagement. Sie begleitet einen Rettungseinsatz auf dem Mittelmeer, dokumentiert die katastrophale Lage aus der Luft und erzählt die Geschichten von Überlebenden, die trotz Gewalt und tödlicher Risiken den Weg nach Deutschland gefunden haben.

Während Deutschland dazu beiträgt, eine europäische Festung zu errichten, gerät die politische Landschaft ins Wanken. Von emotionalisierten Medienberichten bis zu hilflos nach rechts rudernden Politiker*innen zeichnet sich eine gesellschaftliche Erzählung ab, die sich gegen Migrant*innen und Schutzsuchende richtet. Ist Migration überhaupt das große Problem, zu dem es gemacht wird? Oder offenbart die Abschottungspolitik tiefere gesellschaftliche Ängste?

Warum wir neue Antworten auf Migration brauchen

In eindringlichen Geschichten zeigt der Film eine zunehmend beängstigende Realität aus Sicht von Geflüchteten und analysiert die Dynamiken hinter dem historischen Rechtsruck. Im Dialog mit Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und Publizist*innen fordert Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes dazu auf, den brutalen Status quo und die scheinbar unaufhaltsame Radikalisierung der Migrations- und Asyldebatte in Frage zu stellen.

Denn damit es auch in Zukunft bei einem glaubhaften „Nie wieder“ bleibt, brauchen wir Alternativen – Alternativen, die der unvermeidbaren Realität von Migration in einer krisenhaften Welt und einem Einwanderungsland im Umbruch gerecht werden.

Pressestimmen

»Eine valide Gegenerzählung gegen die jahrzehntelange rechte und rechtsextreme Propaganda, die jeden Tag über die Medien eingepeitscht wird. […] Das ist ein Meisterwerk.« (Jean Peters, Correctiv)

»Dieser Lockdown der Menschlichkeit muss beendet werden. Flucht ist kein Verbrechen. Und Migration ist eine zivilisatorische Notwendigkeit.« (Heribert Prantel, Süddeutsche Zeitung)

»Ein eindrücklicher Film, der uns das Wegschauen unmöglich macht.« (NDR)

»Ein Film, der absolut überfällig ist.« (Till Reiners)

»Dem Rechtsruck, der so oft sprachlos macht, fliegen knapp zwei Stunden geballte Fakten, Fassungslosig- und Einfühlsamkeit entgegen.« (Frankfurter Rundschau)

»Kein Land für Niemand zeigt, wie schon jetzt AfD-Politik von der bürgerlichen Mitte umgesetzt wird. Dabei verharrt der Film nicht in Betroffenheit, sondern hebt die Migrationsdebatte auf eine ökonomische Ebene: Wir sehen plötzlich in schönster Klarheit, dass die Konservativen und Rechten nur Ressentiments anzubieten haben, aber argumentativ völlig blank sind.« (Wolfgang M. Schmitt)

»Der Film macht die Absurdität greifbar, in der wir leben« (taz)

Im Anschluss an die Filmvorführung gibt es Gelegenheit Fragen zu stellen und Gedanken miteinander zu teilen. Dafür haben wir 2 Gäste eingeladen:

Dardan Kolic: Dardan ist im Juli 1991 in Montenegro geboren und lebt seit Oktober 2013 in Deutschland. Er ist Politikwissenschaftler und Sozialpädagoge und als Sozialarbeiter tätig. Die Schwerpunkte seiner politischen Arbeit liegen in den Themenfeldern: Bildung, Integration, Inklusion, Internationales und Soziales.

Dietmar Enderlein: Aus erster Hand beantwortet Dietmar von Sea-Eye e.V. Fragen zu den Missionen und Hintergründen. Der Münchner war zuletzt mit der Sea-Watch 5 im Herbst 2024 im Mittelmeer.

Zeit: Mittwoch, 24. Juni 2026 · 19:45 Uhr
Ort: Capitol-Kino · Alleestraße 24 · Unterschleißheim
Tickets: https://capitol-lohhof.de/programm/aktuelles-programm

Helmut Göbel, Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen Unterschleißheim

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