Die Verwaltung möge berichten,
● ob es für Unterschleißheim ein systematisches Monitoring-Konzept gibt,
um Befallsherde frühzeitig zu identifizieren, und wenn ja, wie dieses
aussieht.
● ob Präventionsmaßnahmen (z.B. Ansiedelung von natürlichen Feinden
wie Meisen, Schlupfwespen) getroffen werden, wenn ja, welche?
● ob die Bevölkerung über aktuelle Gefahrenstellen (z.B. Lokalpresse,
Beschilderung, Website, Social Media) informiert wird, wenn ja wie?
● ob Grundstückseigentümer bezüglich ihrer Pflichten zur Gefahrenabwehr
sensibilisiert werden, wenn ja wie?
● ob die Verwaltung Kriterien festgelegt hat, nach denen zwischen
biozidfreien mechanischen Maßnahmen und dem Einsatz von Pestiziden
entschieden wird, und inwieweit hierbei auf ökologische Alternativen
gesetzt wird, um die Belange von Natur- und Wasserschutz zu
berücksichtigen.
Begründung:
Der Eichenprozessionsspinner, eine Wärme liebende Schmetterlingsart, breitet
sich in den letzten Jahren begünstigt durch den Klimawandel in Deutschland
immer weiter aus. Er stellt nicht nur eine Gefahr für die Gesundheit von
Menschen und Tieren dar, sondern kann bei starkem Befall auch die Vitalität
unserer wertvollen Eichenbestände beeinträchtigen.
Gleichzeitig stellt das Versprühen von Insektiziden einen erheblichen Eingriff
in den Naturhaushalt und das ökologische Gefüge dar. Von jeder Ausbringung
sind nicht nur die Raupen des Eichenprozessionsspinners, sondern je nach
eingesetztem Insektizid immer auch eine Vielzahl anderer Insektenarten
betroffen. Dabei gelten gerade Eichen als besonders artenreicher Lebensraum,
teilweise leben mehr als 2.000 Arten auf einem einzelnen Baum. Nicht zuletzt
sind auch die einsetzbaren Insektizide selbst für den Menschen nicht
unbedenklich.
Der Bund Naturschutz befürwortet daher lokal begrenzte Bekämpfungs-
maßnahmen dort, wo es zur Sicherung der menschlichen Gesundheit
unbedingt erforderlich ist.
Organisatorische und auch mechanische Verfahren haben außerdem den
Vorteil, dass dadurch auch die Brennhaare beseitigt werden. Diese bleiben bei
einer chemischen Bekämpfung älterer Raupen erhalten und können noch über
Jahre hinweg wirksam sein.
Der Lokalpresse war kürzlich zu entnehmen, dass in der Nachbarkommune
Garching Eichenprozessionsspinner-Populationen entdeckt wurden und
Gegenmaßnahmen ergriffen werden mussten.
Johanna Krichling, Stadträtin
BÜNDNIS 90/Die Grünen





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