
Stadtrat und Bürgermeisterkandidat Bernhard Schüßler, Architektin, Kreis- und Gemeinderätin Christina Risinger aus Ismaning und Sprecherin der Grünen in Unterschleißheim Johanna Krichling. (Foto: Helmut Göbel)
Mit großem Interesse verfolgten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger die Veranstaltung „Bezahlbares Wohnen und nachhaltiges Bauen – so gelingt es“, zu der Bündnis 90/Die Grünen Unterschleißheim eingeladen hatten. Im Mittelpunkt des Abends standen konkrete kommunalpolitische Handlungsmöglichkeiten, um Wohnen auch in wachsenden Ballungsräumen dauerhaft bezahlbar zu halten und gleichzeitig ökologisch verantwortungsvoll zu bauen. Als Referent*innen sprachen Christina Risinger, Architektin sowie Gemeinde- und Kreisrätin aus Ismaning, und Bernhard Schüßler, Stadtrat und Bürgermeisterkandidat in Unterschleißheim.
Beide zeigten auf, dass Kommunen über wirksame Instrumente verfügen, um aktiv in den Wohnungsmarkt einzugreifen. Dazu zählt insbesondere die Aktivierung von Bauland, etwa durch Nachverdichtung, Aufstockungen und die kluge Anpassung von Bebauungsplänen. Auch das kommunale Vorkaufsrecht, sozial gerechte Bodennutzung, sowie die Vergabe von Grundstücken im Erbbaurecht wurden als zentrale Hebel hervorgehoben, um Bodenspekulation zu begrenzen und langfristig Einfluss auf Mietpreise zu behalten. Anhand von Beispielen aus anderen Kommunen, etwa aus München oder Ismaning, wurde aufgezeigt, wie Zweckentfremdungssatzungen und Vorkaufsrechte erfolgreich angewendet werden können, um Leerstand zu verhindern und Wohnraum für die Allgemeinheit zu sichern.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie neuer Wohnraum geschaffen werden kann, ohne soziale oder ökologische Fehlentwicklungen zu verstärken. Kommunaler Wohnungsbau, die Förderung von Wohnungsbaugenossenschaften, Baugemeinschaften und Betriebswohnungen sowie die Unterstützung privater Bauherrinnen bei Sanierungen wurden als sinnvolle Bausteine vorgestellt. Dabei betonten die Vortragenden, dass nicht möglichst viel, sondern vor allem der richtige Wohnraum gebraucht werde. Der effiziente Umgang mit Fläche, die Nutzung bestehender Gebäude und die Vermeidung weiterer Versiegelung seien entscheidend für Klimaschutz und soziale Stabilität.
Breiten Raum nahm auch das nachhaltige Bauen ein. Risinger erläuterte, dass ein sparsamer und flächeneffizienter Umgang mit Wohnraum, erneuerbare Energien und der Einsatz nachhaltiger Baustoffe nicht nur dem Klima nützen, sondern auch langfristig Kosten senken. Gut gedämmte Gebäude, eine durchdachte Planung und der Einsatz von Holz oder anderen ökologischen Materialien führten zu niedrigeren Betriebskosten, besserem Raumklima und höherer Zukunftssicherheit. Wohnen sei zudem ein Menschenrecht, das sich an Bedarfsgerechtigkeit orientieren müsse, nicht an maximaler Rendite.
Bernhard Schüßler machte deutlich, welche konkreten Konsequenzen er für Unterschleißheim sieht: „Die Bürger erwarten, dass wir mehr für bezahlbaren Wohnraum tun und wir können mehr tun als bisher. Den Umbau von leerstehenden Büroflächen in Wohnraum, eine städtische Wohnungsbaugesellschaft oder einen Mietspiegel für mehr Transparenz: für das und mehr will ich mich als Bürgermeister einsetzen, um unsere Stadt bezahlbar und lebenswert zu halten“, betont Schüßler.
Auch Christina Risinger unterstrich die Chancen nachhaltiger Konzepte für die Region: „Nachhaltige Bauprojekte können bezahlbar umgesetzt werden und mehr lebenswerte Räume in unserem Landkreis schaffen. Mit neuen Werkswohnungen und Modulbauweise zum Beispiel, bringen wir bezahlbares Wohnen und innovative Stadtentwicklung zusammen.“
Die Veranstaltung machte deutlich, dass bezahlbares Wohnen und nachhaltiges Bauen keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig stärken können, wenn Kommunen ihre Gestaltungsspielräume mutig und konsequent nutzen.
Helmut Göbel, Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen Unterschleißheim





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