Vom Schulbus zum Laufbus – gerne, aber mit Vorlauf

Unterschleißheim, 5.8.2026 – Die Grüne Fraktion begrüßt das Ziel sicherer, selbstständiger Schulwege, kritisiert aber die kurzfristige Umstellung: Schulbusse für Grundschüler*innen sollten erst nach ausreichender Beteiligung von Eltern und Schulen wegfallen. Im Stadtrat wurde nun zugesichert, die Busse bis Frühjahr 2027 weiterzuführen und die Elternbeiräte ab Schuljahresbeginn einzubinden.

In den letzten Wochen hatten sich viele beunruhigte Eltern an Stadträt*innen verschiedener Parteien gewandt. Grund war die Sorge, dass das geplante Laufbuskonzept – organisierte Laufgruppen, in denen Kinder gemeinsam und begleitet zur Schule gehen – zu kurzfristigen Streichungen des Schulbusangebots führen könnte. Für die Grüne Fraktion ist klar: Solche Umstellungen brauchen eine frühzeitige Beteiligung der Betroffenen sowie ein klares Konzept für sichere Schulwege als Voraussetzung erfolgreicher Laufgruppen.

Aufgrund des großen Diskussionsbedarfs wurde das Thema in der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause erneut behandelt. Die grüne Stadträtin und Elternbeirätin Johanna Krichling brachte es auf den Punkt:

„Grundsätzlich besteht Konsens: Wir alle wollen einen ausgeglichenen Haushalt, und wir alle sehen die Vorteile von Laufbussen – für die Kinder, die Verkehrssituation und die Umwelt. Langfristig können sie Elterntaxis reduzieren. Das Problem ist die Vorgehensweise:

Erstens: Wer Laufbusse einfordert, ohne die Eltern vorab zu beteiligen, erweist der Sache einen Bärendienst. Das untergräbt die Akzeptanz von Anfang an.

Zweitens: Die Annahme, Eltern könnten ihren Tagesablauf in wenigen Wochen umstellen, verkennt die Realität. Die Erwerbstätigkeitsquote von Eltern mit Kindern über sechs Jahren liegt bei rund 79 Prozent. Wer morgens und nachmittags je eine Stunde zusätzlich für Logistik aufwendet, verliert Arbeitszeit – im Zweifel bis zum Teilzeitantrag, für den eine Frist von drei Monaten gilt.

Drittens: Laufbusse ohne mit der Polizei abgestimmte Schulwegpläne schaffen vermeidbare Risiken. Sicherheit darf kein Nachgedanke sein.“

Bei der Planung sicherer Schulwege kann der Landkreis unterstützen. Unser Kreisrat Johannes Rohleder hat sich im Landratsamt über die bislang fehlende Schulwegplanung in Unterschleißheim erkundigt. Darauf hin regte Stadträtin Lissy Meyer an, das Angebot einer Erstellung durch das Landratsamt zu prüfen, „um ohne zusätzlichen Aufwand rasch Abhilfe zu schaffen.“

Fraktionsvorsitzender Bernhard Schüßler mahnte ausreichende Übergangsfristen an: „Wenn das Schulwegkonzept im Frühjahr fertiggestellt wird und zeitgleich die Schulbusse wegfallen, fehlt Eltern und Schüler*innen die Zeit, die neuen Wege gemeinsam einzuüben.“

Die Diskussion zeigte, dass der Nachbesserungsbedarf bei der Kommunikation des Projekts fraktionsübergreifend angekommen ist. Für Transparenz und Akzeptanz sollen die Weiterführung der Schulbusse bis Frühjahr 2027, ein städtisches Schulwegkonzept und die frühzeitige Einbindung der Elternbeiräte sorgen. Für die Grünen bleibt Priorität: keine Kürzungen vor ausführlicher Beteiligung und angemessener Umstellungszeit.

Wie Johanna Krichling abschließend sagte: „Es geht nicht gegen das Ziel, sondern für eine durchdachte Umsetzung. Beteiligen Sie die Eltern, berücksichtigen Sie ihren Alltag und sorgen Sie für sichere Rahmenbedingungen. Dann klappt es auch mit der Akzeptanz.“

Bernhard Schüßler, Fraktionsvorsitzender BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Stadtrat Unterschleißheim

Verwandte Artikel