Bündnis 90/Die Grünen und ÖDP sammelten am Samstag, den 14. Oktober zwischen 9:00 und 12:00 Uhr auf dem Unterschleißheimer Rathausplatz schon mehr als 150 Unterschriften für das Volksbegehren „Betonflut eindämmen“.
Die nächste Möglichkeit besteht am kommenden Samstag, 21.10. ebenfalls am Rathausplatz.
Jeden Tag verschwinden in Bayern 13 Hektar
Natur unter Asphalt und Beton. Das entspricht mehr als 18 Fußballfeldern oder im Jahr einer Fläche so groß wie der Ammersee. Das Bündnis aus den bayerischen Grünen, der ÖDP Bayern und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Bayern möchte deshalb mit einem Volksbegehren eine Änderung des Bayerischen Landesplanungsgesetzes herbeiführen. Der Flächenverbrauch soll ab dem Jahr 2020 auf durchschnittlich 5 Hektar pro Tag begrenzt werden.
Als Leitmaßstab gilt bereits jetzt, dass eine nachhaltige Raumentwicklung, die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Belange des Raums in Einklang bringen soll. Das bayerische Umwelt- und Innenministerium hatte sich 2003 zum Flächensparen verpflichtet. Seitdem hat sich der Flächenverbrauch statistisch gesehen aber nur durch einen Trick reduziert. Unbebaute Bauplätze fließen erst dann in die Statistik ein, wenn diese tatsächlich bebaut werden. Aufgrund der konjunkturell bedingten regen Bautätigkeit, dem Bevölkerungswachstum in den Ballungsräumen, der Zunahme der individuellen Wohnflächen, dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sowie der interkommunalen Konkurrenz um Einwohner und Gewerbe, konnte der tägliche Flächenverbrauch aber nicht reduziert werden. Neue Umgehungs- und Erschließungsstraßen, Hotels/Boarding-Häuser und Discounter verdrängen Wälder, Wiesen und Felder. Die Ökologie wurde mal wieder nicht in Einklang mit den anderen Belangen gebracht.
Das Problem des Flächenverbrauchs kennen wir auch in Unterschleißheim. Die Ende 2016 vorgestellte Änderung des Flächennutzungsplans sieht zwölf Flächen vor, die außerhalb des derzeit bebauten Gebiets liegen und damit die Grün- und Naherholungsflächen weiter reduzieren würden. Erst verbindliche Obergrenzen bewirken ein Umdenken, um einen sparsamen und effizienten Flächenverbrauch zu erreichen. Zusätzlicher Wohnraum kann und soll durch Nachverdichtung in bereits bebauten Gebieten entstehen. Gewerbegebietsflächen sollen aufgrund des hohen Leerstands in Misch- oder Wohngebiete umgewidmet werden, um den sozialen Belangen nach dringend benötigtem Wohnraum nachzukommen.
Unser Boden ist eine wertvolle, nicht wiederherstellbare natürliche Ressource. Ein verantwortungsvoller Umgang mit wertvollen Flächen erhält die Lebensgrundlage für uns alle und bewahrt die Schönheiten unserer Landschaften. Unterstützen Sie deshalb die Zulassung des Volksbegehrens mit Ihrer Unterschrift.





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