Von Bernhard Schüßler
Der entwicklungspolitische Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion, Uwe Kekeritz, lud Fachleute und Interessierte zum virtuellen Austausch unter diesem Thema am 9.11. ein. Kugel, Rind und Bibel (auf Portugiesisch die drei B genannt), stehen für die einflussreichsten konservativen Interessengruppen, die Bolsonaro zur Wahl verholfen haben.

Jair Bolsonaro – Präsident von Brasilien – Bild von Pixabay
Mit Kurzvorträgen zu diesen 3 Themen und der anschließenden Diskussion erlebten wir, wie komplex die Situation in Brasilien aktuell ist. Sie steht auch symptomatisch für gesellschaftliche und politische Konflikte, die den amerikanischen Kontinent seit Jahrhunderten durchziehen und in den letzten Jahren unter neuen Vorzeichen wieder aufgeflammt sind.
Der Kampf gegen die Ungleichheit, für Bildung und Gesundheit während der PT-Regierungen haben starke Gegenreaktionen privilegierter Gruppen hervorgerufen. Gepaart mit reaktionären Weltanschauungen bildeten diese die Grundlage für den Aufstieg des „Bolsonarismus“, einer Form des Faschismus, die besonders auf die Brasilianischen Verhältnisse abgestimmt ist.
Seine Wahl in 2018 war ein Schock und seine Regierung zerstört alles, wofür Brasilien vor wenigen Jahren stand: weitsichtigen Naturschutz, Vielfalt, Toleranz, die Achtung der Menschenrechte und der Stärkung der Demokratie.
Doch die Opposition zum Projekt, eines autoritären und neoliberalen Brasiliens organisiert sich. Die Kommunalwahlen im ganzen Land am 15.11. werden einen ersten Zwischenstand liefern, ob sich die Bemühungen bezahlt machen. Das erklärte Ziel lautet: Die Niederlage Trumps nutzen und eine Wiederwahl Bolsonaros verhindern.
In der engagierten Diskussion wurden v.a. zwei Dinge deutlich. Brasilien ist i.bs. in klimapolitischer Hinsicht viel zu wichtig, um es zu ignorieren und Deutschland und die EU tun noch viel zu wenig, um die Situation zu entschärfen. Den Druck zu erhöhen und auf die Lage in Brasilien aufmerksam zu machen, ist der Auftrag an uns alle.





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