Am Sonntag, 7. März von 10.30 h bis 12 Uhr trafen sich acht engagierte Frauen, um sich online auszutauschen. Und da der Weltfrauentag immer Anlass zum Feiern gibt, bekam jede Frau einen Croissant, einen Pikkolo Sekt und eine Rose nach Hause geliefert. Unsere Mitglieder Markus Wutzke und Werner Stockhausen lieferten die Geschenke mit den Fahrrädern aus. Unsere Fraktionsvorsitzende Brigitte Huber, Sozialpädagogin im Ruhestand, die schon seit 1996 für die GRÜNEN im Stadtrat ist, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Frauen und Gleichberechtigung. Sie kennt z.B. noch die Vorurteile über Frauen mit Doppelnamen. ‚Bindestrich-Weiber‘ hießen sie in der 1980er Jahren. Brigitte Huber hielt ein Kurzreferat und ließ sich inspirieren von Prof. Jutta Allmendingers Artikel in der Zeitschrift ‚Emma‘ (Ausgabe 02/2021). In dem Artikel geht es um Frauen und Männer und wie sie sich die Arbeits- und Familienzeit aufteilen. Die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung befürchtet, dass Corona die Frauen noch weiter in der Gleichberechtigung zurückwirft. Es gab schon vor Corona überall Lücken zwischen Frauen und Männern: Lücken bei der bezahlten Arbeit oder beim Lebenseinkommen und Lücken bei der Rente. Und jetzt kommt Corona und trifft auf Haushalte, in denen Frauen, wenn sie Mütter sind, zum größten Teil in Teilzeit arbeiten und Männer in Vollzeit. Das heißt natürlich, dass Frauen in der Corona-Pandemie von Anfang an die schlechteren Karten hatten, weil sie sowieso schon den halben Tag zu Hause waren, um die ganze Sorgearbeit zu leisten und nun angenommen wurde, dass diese Frauen jetzt ganztags auf die Kinder aufpassen. Die anwesenden Frauen konnten dies nachvollziehen und meinten einstimmig, bei manchen Gesetzen müsse noch nachgebessert werden, damit für Männer auch Anreize geschaffen werden, Teilzeit zu arbeiten und damit sich beide Ehepartner die Sorgearbeit für die Kinder teilen können. Es fehlen z.B. Ganztagesschulen, gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit von Männern und Frauen, ein Recht auf Rückkehr nach der Elternzeit auf Vollzeit, um hier nur einige zu nennen. Es gäbe aber auch Lichtblicke. Eine Teilnehmerin berichtete, sie hätte bei ihrem Vorgesetzten für eine erfolgreiche Projektarbeit die geforderte Bezahlung anstandslos erhalten. Während ihr Vater ihr davon abriet: „Das ist doch viel zu viel.“ Wir fragten uns, ob der Vater diesen Rat auch dem Sohn gegeben hätte. Wir danken den anwesenden Frauen für ihr Vertrauen, uns ihre persönlichen Geschichten anzuvertrauen! Es hat uns großen Spaß gemacht mit Euch! Bis zum nächsten Jahr zum Weltfrauentag – dann wieder persönlich im Café!
Brigitte Huber, Fraktionsvorsitzende
Lissy Meyer, Sozialreferentin
Kathrin Ungar, Ortsvorsitzende und Autorin des Artikels





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